Mittwoch, 3. Oktober 2012

Dank an die charakterfeste Truppe aus Gelesenkirchen - Ein Resümee nach Montpellier

Es steht 2-1, Draxler is grade mit ner bösen Verletzung runter und wir haben uns beherzt zurück ins Spiel gekämpft. Bis hierhin ist alles so weit in Ordnung. Wer nun gedacht hat, die Mannschaft hätte aus dem Spiel in Düsseldorf ihre Lehren gezogen und die eigene Einstellung hinterfragt, der sieht sich übel getäuscht. Ab dem Zeitpunkt des Führungstreffers ging die gleiche Grütze wie gegen Düsseldorf von statten, gegen müde werdende, verunsicherte und DEZIMIERTE Franzosen, die am Ende aufgrund unserer unfassbaren Indisponiertheit in der Abwehr ihr Glück wahrscheinlich selbst kaum fassen können. Sorry, aber das was wir spielen, hat mit professionellem Fußball nichts zu tun. Obwohl, vielleicht schon, da es scheinbar die Regel wird.

Überheblichkeit, Arroganz, Lustlosigkeit - diese drei Attribute stehen beispielhaft für Schalkes Leistung ab dem Führungstreffer. Es ist nichtmal der klägliche Fehlschuss von Huntelaar kurz vor Schluss oder Pukkis schwache Versuche in Halbzeit 1, nein! Es ist erneut die Einstellung, die wir an den Tag legen. Keine Geilheit auf Tore, kein Vermögen die eigene Chance auf einen hohen Sieg zu erkennen. Stattdessen Ballgeschiebe, Verzögern, blindes Bälle reinschlagen und zwischendurch auch immer mal wieder unfassbare technische Fehler. An dieser Leistung war nix dominant, Montpellier konnte nicht und wir wollten nicht besser. Hinten mal wieder mehr als sorglos und auch wenn ich Unnerstall oft kritisiere und er beim 1-0 auch wieder zu weit vorne steht, kann er doch bei beiden Treffern nix machen. Da freut man sich, dass Uchida drin ist und Höwedes Matip in der IV ersetzt und es bessert sich NULL. Und Afellay möchte ich überhaupt gar nicht mehr spielen sehen, den bescheuerten Schönspieler. Der soll an der Copacabana am Strand kicken und Weiber beeindrucken, für Profi-Sport ist der scheinbar nicht geschaffen.

Wenn das der Charakter der Mannschaft ist, dann Prost Mahlzeit! Mit diesem Engagement stehen uns noch einige böse Überraschungen ins Haus. Aber am Ende sind wahrscheinlich die Fans schuld, die die armen kleinen Fußballmillionäre bei anhaltender Arbeitsverweigerung auch noch auspfeifen.

Glück a- ach was solls...

Freitag, 14. September 2012

Stevens und die Suche nach dem "Klick"

Lange ist es her, dass sich die meisten Journalisten einig darüber waren, dass Schalke einen qualitativ und quantitativ hochwertig besetzten Kader besitzt. Dabei ist es vor allem bemerkenswert, wieviel Anteil der Last-Minute Afellay-Transfer an der öffentlichen Meinung hat. Afellay ist "nur" der dritte externe Neuzugang bei S04 und alle von ihnen sind Mittelfeldspieler. Dass gerade in diesem Mannschaftsteil auf Schalke die größte Leistungsdichte herrscht, ist nach den Transfers von Barnetta, Neustädter und Afellay also kaum verwunderlich. Was viele allerdings gerne mal vergessen: Die Abwehr, die letzte Saison immerhin 44 Tore zugelassen hat, ist nicht verändert worden.

Relativiert wird diese Zahl jedoch, wenn man sieht, dass nur drei Teams weniger Gegentore als Schalke kassiert haben. Das waren - oh Wunder - unsere schwarzgelben Nachbarn, die Bayern und Borussia Mönchengladbach. Außerdem ist es in meinen Augen der richtige Weg, auf die drei noch jungen Verteidiger Höwedes, Matip und Papadopoulos zu setzen, aller gelegentlichen Unkonstanz zum Trotz, denn den großen Sprung in Entwicklung und Festigung der Leistung, schaffen sie wenn dann jetzt in den kommenden 2-3 Jahren. Was viel eher interessant sein wird, ist die Frage, ob Huub Stevens es schafft, die Abstimmungsprobleme zwischen Abwehr und Mittelfeld dieses Jahr zu verringern. Schalkes "Defensivprobleme" sind meiner Ansicht nach nämlich nicht in er erster Linie personelle, sondern eher von taktischer Natur.

Schalke hat sich in den zwei Saisonspielen schon 3 Tore gefangen, Augsburg hätte auch gut und gerne 1 bis 2 Treffer mehr erzielen können. Somit bleibt das vorläufige Fazit eher "nein". Die entscheidenden Fragen werden sein, ob ein Neustädter die Lücke zwischen Abwehr und Mittelfeld schließen kann und in wie weit Fuchs und Uchida auf den Außen mehr Unterstützung kriegen. Stevens, eigentlich lange Zeit als Defensivspezialist verschrien, wird sich genau dafür etwas einfallen lassen müssen, damit die kommende Spielzeit so erfolgreich werden kann, wie die letzte.

Angesprochen auf ein mögliches Startelfdebut von Ibi Afellay, sagte der Limburger "Ich zweifle noch. Es fehlt in manchen Situationen noch die Abstimmung.", relativierte allerdings gleich wieder "Gute Fußballer können das. Ich hatte mal zwei, die nicht die selbe Sprache sprachen, das waren Sand und Mpenza, da hat es sofort 'Klick' gemacht."
Ob es bei Afellay 'Klick' macht, darüber mache ich mir keine Sorgen. Es wird aber Zeit, dass es zwischen Abwehr und Mittfeld endlich "klickt".

Glück auf!

Mittwoch, 3. März 2010

Warum Joel Matip die richtige Entscheidung trifft

Kürzlich verlängerte Youngster Joel Matip seinen Kontrakt auf Schalke bis 2013 und erhielt damit seinen ersten Profivertrag, was für einen 18-jährigen sicher nicht schlecht ist. Doch Matip musste auch eine andere wichtige Entscheidung treffen. Nachdem er anlässlich des Africa Cup of Nations für die Nationalmannschaft Kameruns berufen wurde, gingen hierzulande die Diskussionen los. Viele waren damals wie heute der Meinung, der gelernte Verteidiger solle nichts überstürzen und sich doch lieber für die DFB-Auswahlen empfehlen, bevor er sich für Kamerun "festspielt". Prominente Fürsprecher sehen in ihm einen potentiellen Spieler der deutschen Nationalmannschaft, darunter auch sein Trainer Felix Magath, der ihm die Abstellung nach Afrika verweigerte, um in der Bundesliga nicht auf ihn verzichten zu müssen.

Damit war das Thema vorerst erledigt - bis vor ein paar Tagen die erneute Einladung Kameruns zum Test gegen Italien kam und Matip nahm sie an!
"Jetzt bin ich erstmal weg." war seine knappe Antwort als er auf die deutsche Nationalmannschaft angesprochen wurde. Da die Partie in Monaco nur ein Testspiel ist, wäre Matip trotzdem noch für Deutschland spielberechtigt, jedoch steigen die Chancen für Kameruns Team stetig. In diversen Internetforen wird seitdem heiß diskutiert und kritisiert, die meisten sind der Meinung, dass Matip hätte abwarten sollen. Doch hier sind die Gründe, warum Matips Entscheidung die richtige war:

1. Kamerun hat sich viel stärker um den Spieler Matip bemüht als Deutschland. Matip wurde komplett in Deutschland ausgebildet, von den deutschen U-Nationalmannschaften aber bisher strikt ignoriert.

2. Ungeachtet der Ereignisse im Vorfeld des Afrika-Cups, kam vom DFB kein Signal an Matip, künftig wenigstens für die U-19 oder U-21 auflaufen zu können, trotz 12 Einsätzen in der Bundesliga mit ordentlichen Leistungen und 2 erzielten Toren. Ein Sachverhalt, der einen trotz einiger Aussagen von Mitarbeitern der DFB Nachwuchsabteilung, die Matip als hoffnungsvolles Talent ansehen, nicht weiter verwundert, denn...

3. Schalker haben es in der deutschen Nationalmannschaft seit Jahren schwer. Vor ca. 13 Jahren waren es noch Olaf Thon und Yves Eigenrauch, die diese Erfahrung machen mussten, dann Spieler wie Jörg Böhme oder Fabian Ernst. Die jüngsten Beispiele sind Jermaine Jones, Kevin Kuranyi und Manuel Neuer. Beim DFB wird augenscheinlich mit zweierlei Maß gemessen (Vergleich Fall Kuranyi / Fall Podolski) sodass mit Matip sich mit Sicherheit - und zu Recht - Gedanken um seine Chancen, für Deutschland zu spielen, gemacht hat.

4. In Kamerun winkt die WM: Auch wenn viele Kritiker dies für kurzsichtig halten und darauf verweisen, dass man mit Deutschland die Chance hat, um Titel zu spielen, während Kamerun meist nur Außenseiter ist - wenn man nicht nominiert wird, spielt man um gar nichts. Und so denkt wahrscheinlich auch Matip. Jetzt das Freundschaftsspiel gegen Italien mitzumachen bedeutet für Matip die Chance im Sommer in Südafrika nicht nur Zuschauer zu sein. Ich würde auch lieber eine WM als Außenseiter spielen, als womöglich niemals zu einer eingeladen zu werden.

5. Das Team von Kamerun kommt auch sehr schlecht weg in der Bewertung der Fans. Man darf nicht vergessen, dass Matip so die Möglichkeit hat, mit internationalen Top-Spielern wie Samuel Eto'o (Inter Mailand), Alex Song (Arsenal London) oder Jean II Makoun (Olympique Lyon) zusammenzuspielen.

Zusammengefasst: Matip wird sich mit Sicherheit ausreichend Gedanken gemacht haben, welches Land ihm die größeren Perspektiven bietet. Seine Positionen sind im deutschen Team auf lange Sicht ohnehin besetzt. In der Innenverteidigung sind Mertesacker, Westermann und Tasci gesetzt, Nachrücker mit großer Perspektive sind Höwedes, Hummels, Badstuber und Boateng. Im Mittelfeld sieht es ähnlich aus: Rolfes, Hitzlsperger, Träsch, Schweinsteiger, Khedira und Gentner werden mit Ausnahme von Hitzlsperger auch die nächsten Jahre noch eine Rolle spielen, wenn Joachim Löw Trainer bleibt. Wenn ich an Matips Stelle wäre, hätte ich das Angebot von Kamerun ebenfalls angenommen, allein um die großartige Erfahrung zu machen und mich auf hohem Niveau weiterzuentwickeln.
Meiner Meinung nach sollten vorallem die Schalker jetzt zufrieden sein, dass das Thema erst einmal erledigt ist und ihm viel Glück wünschen, für die WM nominiert zu werden.

Glück auf!

Montag, 15. Februar 2010

Königsblaues Zwischenfazit

5 Spiele haben die Vereine in der Rückrunde hinter sich gebracht, da ist es an der Zeit zu schauen, wo mein FC Schalke steht. Zwei mehr (Bochum) oder weniger (Freiburg) blöde Unentschieden haben uns bereits 4 Punkte und einen Tabellenplatz gekostet, dennoch liegt das Team noch voll im Soll. Die unbesiegbaren Leverkusener und die derzeit alles verschlingenden Bayern liegen nur 3 Punkte in Front, sind jederzeit einholbar. Nach hinten sind es recht komfortable 6 Punkte auf Hamburg, 9 auf Dortmund, das internationale Geschäft ist inzwischen Pflicht, denn solch einen Vorsprung darf man sich nicht mehr nehmen lassen.

Im Gegensatz zur Hinrunde wird auf Schalke kaum noch experimentiert. Die Startelf steht meist mehr oder weniger fest, junge Spieler wie Moritz, Schmitz und Matip, die in der Hinserie noch als Newcomer kritisch beäugt wurden, zählen zum Stammpersonal und haben sich vorerst etabliert. Andere talentierte Spieler wie Moravek, Kenia oder Zambrano sind entweder verletzt oder müssen sich hinten anstellen. Im Mittelfeld ist überraschenderweise auch Ivan Rakitic gesetzt. Der kroate spielt immer noch nicht das Spiel, was man von ihm aus Einsätzen für die Nationalmannschaft kennt, zeigt sich im Vergleich zu den vorigen Spielzeiten aber vor allem im defensiven Bereich deutlich verbessert. Auch Vicente Sánchez ist (endlich) zum Stammspieler geworden, nicht zuletzt weil Lewis Holtby überraschenderweise an den VfL Bochum verliehen wurde. Der wuselige "Uru" ist gerade deshalb so wichtig für die Mannschaft, weil er fast immer anspielbar ist und durch seinen Einsatz, Schnelligkeit und Technik oft Löcher in die Abwehr reist oder Fouls zieht. Kaum verwunderlich, dass Sánchez aufgrund seines Laufpensums oft der erste Spieler ist, der ausgewechselt wird.

Von den Neuzugängen in der Winterpause wird bisher wenig gesprochen, am meisten noch von Alex Baumjohann. Der Rückkehrer tut sich jedoch noch sichtlich schwer mit seiner neuen Aufgabe, agierte bisher entweder überraschend unauffällig und unkonzentriert, oder eigensinnig, wie zum Beispiel im Pokal gegen Osnabrück, wo sein unnötiger Versuch knapp vor dem eigenen Strafraum einen Gegner auszuspielen fast ein Gegentor provoziert hätte. Dennoch lässt er ab und an aufblitzen, warum in Zukunft mit "Baumi" zu rechnen sein kann, nämlich dann, wenn er seine Dribblings sinnvoll einsetzt und wenn er den "letzten" Pass in die Spitze spielt, was der Mannschaft zur Zeit fehlt. Die 23 Minuten gestern gegen Köln machten zum ersten Mal Lust auf mehr. 8 Minuten reichten dem chinesischen Neuzugang Junmin Hao in Osnabrück, um sich in die Herzen der journalisten und des Trainers zu spielen. Gute Technik, Einsatz und Übersicht wurden ihm bescheinigt, anhand der kurzen Spielzeit gegen einen geschlagenen Drittligisten sind diese Eindrücke aber auch nicht wirklich verwertbar. Eine große Rolle wird er in naher Zukunft sicher noch nicht Spielen, ebenso wenig wie Besart Ibraimi, der gegen Freiburg sein Debut gab.

Stürmer Edu tat genau das, was 90% der Fans schon vorher von ihm erwarteten: Den Leistungstest nicht bestehen. Felix Magath sieht das wohl ähnlich, denn seinen ersten beiden Auftritten folgte bisher kein weiterer. Für mich auch nicht weiter verwunderlich. Die anderen Neuzugänge Gavranovic, Müller und Zé Roberto haben derzeit keine Chance.
Soviel zum Personal abseits des Platzes, auf dem Platz ist die Mannschaft vor allem von der effektivität Farfáns und Kuranyis abhängig. An 30 Toren war mindestens einer von beiden beteiligt, dennoch besteht jederzeit die Gefahr, dass sich einer der beiden mal verletzt und dann fehlen dem Team die spielerischen Mittel um Tore zu erziehlen. In der Abwehr wird man sich wohl die wenigsten Sorgen machen müssen. Seit Jahren ist das der konstanteste und beste Mannschaftsteil, das wird sich auch diese Saison nicht mehr ändern - 12 Spiele ohne Gegentor sprechen eine deutliche Sprache.

Felix Magath muss aber unbedingt dafür sorgen, dass die Mannschaft spielerisch besser wird. Die bisherigen Gegner waren selber zu harmlos um gegen die starke Verteidigung zu bestehen, doch bereits nächste Woche wartet mit Dzeko ein Stürmer von internationaler Klasse, auch wenn Wolfsburg derzeit in einem ganz großen Loch steckt ist er immer brandgefährlich. Es wäre also sehr beruhigend, wenn auch aus dem Mittelfeld mehr Akzente nach vorne gesetzt würden. Die schweren Spiele hat die Mannschaft noch vor sich, man wird erst in ein paar Wochen sehen, wie gefestigt diese junge Mannschaft wirklich ist. Aber wenn einer dieser Truppe die nötige Konstanz für diese harten Aufgaben beibringen kann, dann Felix Magath.

Glück auf!

Montag, 8. Februar 2010

Die Bundesliga im Aufschwung

Die deutsche Fußballbundesliga durchlebt in den letzten Jahren einen Wandel, der sich nicht nur in der aktuellen 5-Jahreswertung der UEFA ausdrückt. Immer mehr international rennomierte Spieler verdienen ihr Geld mittlerweile in Deutschlands Eliteklasse, Namen mit denen vor 4-5 Jahren kaum jemand gerechnet hat. Ruud van Niestelrooy ist das jüngste Beispiel dieses Trends, auch wenn der ehemalige Torjäger von Manchester United und Real Madrid schon ein wenig in die Jahre gekommen ist, das Medieninteresse ist nach wie vor gewaltig.

Die Liste der Namen ist aber inzwischen lang: Franck Ribery, Arjen Robben, Jefferson Farfán, Claudio Pizarro, Obafemi Martins, Joris Mathijsen, Aliaksandr Hleb, Josué oder Pavel Pogrebnyak - alle diese Spieler genießen auch international gesteigertes Ansehen. Und auch die Liga selbst hat in den letzten Jahren immer mehr Spieler hervorgebracht, die längst auf den Zetteln der großen Vereine in Europa stehen. Viele deutsche Spieler wie Philipp Lahm, Simon Rolfes, Mario Gomez, René Adler, Manuel Neuer, Mesut Özil oder Sami Khedira hätten das Potential bei europäischen Topclubs zu spielen, ganz zu schweigen von den ausländischen Spielern, die sich in der Bundesliga einen Namen gemacht haben. Egal ob es Edin Dzeko, Chinedu Obasi, Renato Augusto, Rafinha, Carlos Eduardo, Eljero Elia oder Ivica Olic ist, es gibt viele Spieler um die es im Sommer sicherlich Gerüchte hageln wird, zumal wir wieder mal ein WM-Jahr schreiben.

Doch woher kommt dieser plötzliche Aufschwung? Das größte Plus dieser Liga ist wahrscheinlich ihre gute Orgnisation, der enorm hohe Zuschauerschnitt und ihre weitestgehende Gewaltfreiheit. Es macht Spaß in der Bundesliga zu spielen und sie ist ein guter Weg, sich den ganz ganz großen Vereinen zu präsentieren. Das erklärt auch, warum nur relativ wenig Top-Spieler die Liga verlassen haben und wenn, dann meist für gutes Geld (z.B. Lucio, Diego, van der Vaart oder Nigel de Jong). Und all das klappt bisher trotz der von Martin Kind so ungeliebten "50+1"-Regelung. Die Jugendarbeit und das Scouting in Deutschland haben sich im letzten Jahrzehnt enorm gesteigert, deutsche Vereine schneiden international häufiger gut ab und sind im Gegensatz zu vielen englischen und spanischen Vereinen finanziell noch gesund (die Ausnahmen bestätigen die Regel). Die italienische Serie A, einst mit meilenweitem Vorsprung gegenüber der Bundesliga, hat einges an Prestige eingebüßt. Bestechungsskandale, Fan-Krawalle, Zwangsabstiege, Rassismus - In Italien hat man mit gewaltigen Problemen zu kämpfen, der Platz unter Top 3 in Europa ist nicht zu halten. Trotz Mannschaften wie Inter, Juventus oder dem AC Mailand, der Rest der italienischen Liga reit nicht mehr viele Profis.

Auch dieses Jahr sieht es für die deutschen teams nicht schlecht aus. Trotz des unglücklichen Ausscheidens des VfL Wolfsburgs in der Championsleague, der VfB Stuttgart und Bayern München stehen im Achtelfinale. Gleich 4 Mannschaften sind noch in der Euroleague vertreten: Werder Bremen, der HSV, Hertha BSC und Wolfsburg kämpfen um den Einzug in die nächste Runde - eine sehr gute Quote. Es bleibt also ein spannaneder Ausblick auf die kommenden Wochen im internationalen Fußball und dann folgt auch schon die WM in Südafrika, wo sicherlich einige Bundesligaspieler im Blickpunkt stehen werden. Sollte die Liga am klaren Kurs festhalten und sich nicht zu sehr kommerzialisieren, stehen die Chancen gut, dass auch in Zukunft mehr Topspieler nach Deutschland wechseln.

Montag, 18. Januar 2010

Neue Spieler, alte Probleme

Angesichts der vielen Wintertransfers war meine Spannung groß, als ich am Sonntag rund eine halbe Stunde vor dem Anpfiff die Startformation der Schalker Mannschaft auf bundesliga.de begutachteten wollte. Dass Per Kluge spielen sollte, hatte Felix Magath ja bereits angekündigt, doch die Startelfnominierung von Edu kam für mich zumindest überraschend. Auch, dass weder Baumjohann noch der so hochgelobte Zé Roberto im Kader standen. Auch Spieler wie Altintop, Zambrano, Moravek oder Mineiro fehlten im 18-Köpfigen Aufgebot der Knappen.

Zu Beginn der Partie hatte ich den Eindruck, dass Spiel könnte richtig gut werden: Die Blauen versuchten gefällig zu kombinieren, Ivan Rakitic suchte ein ums andere Mal Jefferson Farfan mit schönen, langen Bällen auf der linken Außenbahn, doch mit zunehmender Spieldauer wurden die kreativen Momente immer weniger. Neuzugang Edu fiel zunächst durch zahllose Ablagen per Brust auf, später fast nur noch durch Fehlpässe oder unglückliches Zweikampfverhalten. Für mich zumindest fragwürdig, warum Magath ihn erst in der 90. Minute vom Platz nahm, denn die Fehler dürften ihm kaum entgangen sein.

Generell schien ihn die Leistung seiner Truppe ebenso wenig zufriedenzustellen wie mich, offenbarte das Spiel doch die gleichen "Probleme" wie in der Hinrunde. Klar, es ist etwas vermessen angesichts von Rang 2 in der Tabelle von Problemen zu sprechen, aber man wird sich nicht ewig auf eine solide Defensive und die zur Zeit beeindruckende Effizienz vor dem Tor verlassen können. Zieht man das Vorjahr zum Vergleich, ist die Spielanlage zwar schon etwas verbessert, aber die Gründe für die gute Platzierung liegen bisher eher im konditionellen und mentalen Bereich und eben in der relativ eisigen Kälte vor des Gegners Tor. Es wäre also beruhigender, wenn Spieler wie Holtby, Kenia, Baumjohann oder Zé Roberto entweder gesund würden, oder in Form / zu angemessener Kondition kämen, denn es kann jederzeit passieren, dass die junge Truppe plötzlich einbricht.

Nur gut, dass bisher schon so viele Punkte "gebunkert" wurden und der Vorspung auf Platz 6 inzwischen ganze 9 Punkte beträgt. Kämpferisch stimmt es auch, also darf man auf spannende Wochen gefasst sein, denn irgendwie ist zur Zeit jedes Match eine kleine Wundertüte...

Glück auf!

Montag, 4. Januar 2010

Kommentar: Die aktuelle Situation des Fußballs

Auf der Webseite des Kicker gibt es derzeit die Möglichkeit, an einer Umfrage teilzunehmen und etwas zu gewinnen. Ich habe mich entschlossen mitzumachen. Am Ende der Umfrage wird man gebeten, einen Kommentar zur derzeitigen Situation des Fußballs abzugeben. Da ich nicht davon ausgehe, dass mein Kommentar zur Veröffentlichung ausgewählt wird (obwohl er es natürlich verdient hätte) und ich ihn euch nicht vorenthalten möchte, wird er auch an dieser Stelle zu lesen sein:

Frage: Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation des Fußballs?

Antwort:
Ich denke, der Fußball wird in den kommenden Jahren einen immer größer werdenden Spagat zwischen Kommerz und Fanfreundlichkeit vollführen müssen. Dadurch, dass die meisten Vereine der höheren Spielklassen inzwischen wie ein Wirtschaftsunternehmen agieren, wird sich das Bild dieses Sports in der Gesellschaft verändern.
Was früher zur Unterhaltung aller beitrug, wird zunehmend ein Sport für besser verdienende, oder diejenigen, die trotz eingeschränkter finanzieller Mittel aus Vereinstreue und Liebe zum Sport, alles in ihn investieren. Das liegt an den gestiegenen Ticketpreisen, den überteuerten Merchandising-Artikeln, der überteuerten Pay-TV Gebühren sowie natürlich auch an der Vereinspolitik, in der die Gehälter gefährlich stark gewachsen sind, woraus eine Spirale entstanden ist. Vorbilder wie der Englische Fußball sind dafür ein gutes Beispiel. Die Liga bietet zwar attraktiven Fußball, jedoch ist der Fußball dort durchzogen vom Kapitalismus. Ich sage nur "50+1". So lange sich die Scheichs hier in Deutschland keine Vereine kaufen können, wird es in der Bundesliga glücklicherweise nicht ganz so extrem werden.


Was ein Spieler kann, interessiert nicht mehr viel, er wird hauptsächlich an dem gemessen, was er gekostet hat, bis er das Gegenteil über einen längeren Zeitraum bewiesen hat. Es wird immer schwieriger, sich mit gewissen Vereinen zu identifizieren, Traditionen verschwinden zunehmend. Und an den Stellen, wo man Neuheiten sinnvoll nutzen könnte, begründet man die Nichtnutzung dann mit genau diesem Argument, dass dann der eigentliche Sinn des Sports vernachlässigt würde, siehe Torkamera, Chip im Ball, 4. Offizieller usw...


Was in Deutschland positiv ist, ist die wirklich gute Jugendarbeit und -förderung. Selbst viele kleinere Vereine haben inzwischen gute Trainings- und Ausbildungsbedingungen für Nachwuchsspieler und seit der Ära Klinsmann setzt man auch in der Nationalmannschaft auf junge Spieler. In den Vereinen wird es sogar zum Trend, beste Beispiele sind hier natürlich seit Jahren schon Arsenal London und Ajax Amsterdam, sowie in Deutschland zur Zeit Schalke, Bremen, Hoffenheim und Leverkusen. Die Attraktivität des Spiels an sich, ist dadurch hierzulande glücklicherweise wieder gestiegen, was sich auch in den europäischen Wettbewerben zeigt.

Ich hoffe, die Vereine nehmen das als Signal, dass man auch ohne den unbedingten Kapitalismus guten Fußball bieten kann - denn um den geht es doch eigentlich.



Vielleicht sieht der ein oder andere von euch die Situation ähnlich wie ich, oder widerspricht mir auch vollkommen. Fühlt euch frei, eure Meinung zu sagen. In diesem Sinne:
Glück auf!

Sonntag, 3. Januar 2010

Der Fall Zé Roberto

Nach den Interviews der letzten Zeit, die man von Roberto (29) lesen konnte, war nicht davon auszugehen, dass er mit großer Begeisterung zum FC Schalke zurückkehren würde. Doch hatte ich zumindest erwartet, dass er klug genug ist, sich seiner Situation zu stellen. Er habe sich - so war zu lesen - bei Flamengo persönlich weiterentwickelt und er würde gerne bei dem Club bleiben, müsse es aber akzeptieren, wenn sich die Vereine nicht einigen können. Nun, Akzeptanz sieht für mich anders aus.

Flamengo und Liga-Konkurrent Cruzeiro Belo Horizonte hatten laut Medienberichten rund 400.000€ für 20% der Transferrechte geboten, natürlich viel zu wenig für Schalke 04, zumal der Spieler wohl kaum einen hohen Wiederverkaufspreis erzielen würde. Angeblich war Roberto im Winter '08 für 3 Millionen Euro von Botafogo zu den "Knappen" gewechselt, er selbst verkündete damals bei einem Interview auf der Homepage, er sei ablösefrei gewesen - sehr verwirrend. Anscheinend kann man den Worten des offensiven Mittelfeldspielers ohnehin nicht viel glauben schenken, wie sich jetzt erneut zeigt. Dessen Verstand darf an dieser Stelle in Frage gestellt werden, denn rechtlich gesehen hat er nichts in der Hand. Sollte Roberto sich nicht selber "freikaufen" oder doch noch einen Verein finden, der ein vernünftiges Angebot macht, hat er einen gültigen Vertrag, den er erfüllen muss.

Vielleicht hat der Spieler aber auch den Plan, sich kündigen zu lassen, denn kaltes Winterwetter scheint dem Schönwetter-Fußballer aufs Gemüt zu schlagen. Schade, wenn man weder motiviert noch diszipliniert genug ist, um für den Tabellenzweiten einer der besten Ligen der Welt zu spielen. Wer da keinen Ehrgeiz hat, ist für mich kein Fußballer, sondern nur ein Spaßkicker.

Glück auf!

Freitag, 1. Januar 2010

Winterpausen-Spekulatius

Während ich glücklicherweise noch Urlaub habe, ging für die Profis von Schalke schon am Mittwoch das Training wieder los. Da ist es Zeit für einen kleinen Ausblick auf die Rückrunde. Die beiden Neuzugänge Tore Reginiussen und Bogdan Müller werden wahrscheinlich nicht mehr als Kaderergänzungen sein, denn weder in der Innenverteidugung, noch im Sturm besteht für die erste Elf bedarf. Morgen wird sich zeigen, ob Zé Roberto tatsächlich auf Schalke das Training antritt und mit ins Trainingslager nach Spanien fliegt. Dann hätte Felix Magath noch einen dritten Neuzugang für die Rückrunde und ich bin sehr gespannt, ob der trotzige Brasilianer diesmal seine Klasse beweisen kann. Vieles wird davon hängen, ob er sich den Trainingsmethoden Magaths beugen kann.

In der Presse wird zur Zeit über den Wechsel des ehemaligen Bochumers und Mainzers Edu (28) spekuliert - ein Transfer, der mich wundern würde. Sollte keiner von den vorhandenen Stürmern den Verein verlassen, wäre ein neuer Stürmer zum einen nur noch ein weiterer Bank- bzw. Tribünenfüller, zum anderen darf die Klasse des Brasilianers Edu stark angezweifelt werden, der in 44 Bundesliga-Spielen lediglich 7 Tore erzielte. Allerdings könnte Edu in Magaths Plänen auch einen Linksverteidiger abgeben, denn Edu wurde erst in Bochum zum Stürmer umgeschult. Das würde den Transfer zumindest ein wenig sinnvoller erscheinen lassen.

Sollte die Mannschaft weiterhin so geschlossen auftreten wie in der Hinrunde, so stehen die Chancen nicht schlecht auch nach den zweiten 17 Spielen im neuen Jahr noch unter den ersten 3 zu stehen. Dafür wird vor allem Ruhe benötigt, die gerade wieder vorübergehend durch das unerlaubte Fernbleiben Rafinhas vom Training gestört wurde. Sollte ein aufmüpfiger Zé Roberto dazukommen und eventuell die Unzufriedenheit von Spielern wie, Altintop, Asamoah oder Mineiro, könnte die Stimmung schnell kippen. Ich bin aber zuversichtlich, dass Felix Magath auch dieses Problem lösen wird. Es ist selten, dass um einen Trainer auf Schalke so viel Euphorie und Vertrauen herrschte.

Mit diesem Aublick wünsche ich allen Lesern ein frohes neues Jahr 2010!
Glück auf!

Freitag, 11. Dezember 2009

Die ewige Frage nach der "Spitzenmannschaft"

Seit einigen Wochen vergeht kaum ein Interview mit Schalker Beteiligung, in dem nicht danach gefragt wird, ob der Club nun wieder eine "Spitzenmannschaft" sei. Ich frage mich: Was will man hören?
Entweder es wird gesagt, Schalke wähne sich zurück unter den Top 3 Liga, oder es würde tiefgestapelt. Dabei macht es doch gar keinen Unterschied, ob man sich nun Spitzenmannschaft nennt, oder nicht. Ist Wolfsburg als achter keine Spitzenmannschaft mehr? Wie kann Stuttgart als Tabellensechzehnter ins Champions-League Achtelfinale kommen? Für mich nutzlose Fragen, die nur dazu dienen Zeilen zu füllen, wenn es sonst nichts zu schreiben gibt. Denn im Grunde ist es ganz einfach: Wer die Punkte holt steht oben. Dabei ist das Schöne, dass Schalke die Punkte bisher eben geholt hat und Felix Magath daher weiter in Ruhe arbeiten kann.

Am Samstag (18.30 Uhr) treten die Knappen im Spitzenspiel bei den zweitplatzierten Bremern an und können dort unter beweis stellen, wie weit sie sind. Felix Magath wird seine Mannschaft aufgrund der 5. gelben Karte von Ex-Capitano Bordon umstellen müssen, gut möglich, dass seine 3er/5er Abwehr mal wieder zum Einsatz kommt, mit Höwedes, Zambrano und Westermann in der Innenverteidigung und Rafinha und Schmitz auf der rechten bzw. linken Außenposition. Da Kuranyi und Farfán im Sturm sowas von gesetzt sind, bleibt das Mittelfeld wieder einmal das größte Fragezeichen. Von Matip bis Mineiro, da ist altersmäßig alles möglich.

Jedenfalls brenne auch ich schon auf das Spitzenspiel der Woche und wer weiß, vielleicht sind wir nach einem Sieg ja sogar schon eine Spitzenmannschaft...

Donnerstag, 19. November 2009

Endlich mal wieder auf Schalke...

Am Samstag werde ich nach längerer Zeit endlich wieder selbst im Stadion sein und das Spiel gegen Hannover 96 verfolgen. Seltsam, dass es ausgerechnet so ein "undankbares" Spiel wird. Hannover wird sicherlich alles geben, um dem verstorbenen Robert Enke einen Sieg widmen zu können. Allerdings bleibt abzuwarten, in welcher Verfassung sich die Hannoveraner präsentieren werden.

Aus Schalker Sicht dreht sich das Personalkarussell wahrscheinlich wieder. Asa und Farfán fehlten aufgrund von Grippe bzw. Bronchitis beim Training, also gut möglich, dass beide für das Spiel ausfallen. Carlos Zambrano muss eine Gelbsperre absitzen. Mit welchem System Magath spielen lassen wird ist daher erst einmal unklar. Ich habe mir Gedanken über die verschiedenen System-Varianten gemacht und werde sie kurz vorstellen:

I.
Neuer

Rafinha Höwedes Bordon Westermann

Mineiro / Matip

Moritz ------------ Schmitz
Holtby / Rakitic

Kuranyi -------- Farfán / Sánchez

Das 4-4-2 mit Raute kam bereits einige Male zum Einsatz, hat den Vorteil dass man auf den Halbpositionen im Mittelfeld zwischen Angriff und Abwehr variieren kann. Schmitz könnte auch, wie gegen Bayern, auf die linke Abwehrseite rücken, Westermann geht dafür nach innen und Höwedes auf rechts, während Rafinha wie zuletzt im Mittelfeld spielt. Die Offensive bleibt am interessantesten. Ivan Rakitic hatte zuletzt einen Formansteig, saß gegen Bayern trotzdem nur auf der Bank. Lewis Holtby kam mit großer Motivation von der U20-WM zurück, war jedoch verletzt, was Vicente Sánchez gegen Leverkusen für sich nutzte. Dafür blieb der "Uru" gegen Bayern weitestgehend blass, auch wenn er Pech mit dem Schiedsrichter hatte. Nun wird man sehen ob Magath den Techniker wieder rausrotieren lässt. Wahrscheinlich ist jedenfalls, dass bei einem Ausfall von Farfán entweder Holtby, oder Sánchez zum Einsatz kommen werden.

Dafür spricht auch Variante II:
Neuer

Höwedes Bordon Westermann

Rafinha ----- Matip / Mineiro ----- Schmitz / Moritz

Rakitic / Holtby

Farfán / Altintop ------- Sánchez / Holtby
Kuranyi

Das von Magath eingeführte 3-3-1-3 ist von der Grundausrichtung eher defensiv, doch lässt sich über die schnellen Außenspieler sehr schnell in den Angriff umschalten. Dabei soll der offensive Mittelfeldspieler für die tödlichen Pässe in die Spitze sorgen, bzw. die Bälle auf die Außen verteilen. Die offensiven Außenverteidiger (hier blau markiert) stoßen als Unterstützung für die Außenstürmer immer wieder vor. Diese Variante kommt besonders der rechten Seite zugute, wo Rafinha und Farfán im Zusammenspiel schon oft für viel Druck gesorgt haben. Kevin Kuranyi hat in diesem System als einzige zentrale Spitze die Aufgabe, die Kopfballduelle bei hohen Bällen zu gewinnen und mit viel Laufarbeit Löcher in die Abwehr zu reißen.

Welches System Felix Magath auch wählen wird, dieses Spiel wird sicher kein einfaches. Man kann nur hoffen, dass die Partie losgelöst von den Ereignissen der letzten Tage bestritten werden wird und beide Mannschaften ein gutes Fußballspiel zeigen. Denn im Grunde ist das doch das wesentliche, worum es im Fußball geht.
Glück auf!

Donnerstag, 5. November 2009

Schicksalsspiel für Bayern - Große Chance für S04

Am Samstag geht es wieder einmal hoch her in München, wenn die Schalker mit Bayerns Ex-Trainer Felix Magath in der Allianz Arena antreten. Ein Spiel, welches ohnehin von hoher Brisanz geprägt ist, doch dieses Mal könnte es dem derzeitigen Münchner Trainer Louis van Gaal den Job kosten. Die Bayern, aktuell auf Platz 6 in der Liga, haben derzeit zwei Punkte Rückstand auf Schalke, das auf Rang 4 steht. Sollte Bayern auch gegen Schalke eine Heimniederlage kassieren, wie zuletzt in der Champions League gegen den französischen Meister Bordeaux, wird der Abstand zur Tabellenspitze immer größer.

Man werde "bis zur Winterpause auf Platz eins" stehen, so die eher realitätfremde Einschätzung der Bayern letzte Woche. Nach den zwei unbefriedigenden Ergebnissen in Stuttgart und gegen Bordeaux sieht die Welt schon wieder anders aus. Louis van Gaal und seine Mannschaft stehen mächtig unter Druck, müssen den direkten Konkurrenten unbedingt schlagen, zumal es unwahrscheinlich ist, dass Bremen, Leverkusen und der HSV nach den Ergebnissen der letzten Woche nochmals allesamt patzen.


Beim FC Schalke 04 hat man derartige Probleme nicht. Der überraschend gute Saisonstart sorgt für eine gute Stimmung im Team, besonders die beiden erkämpften Punkte gegen Hamburg und Leverkusen zeigten eine ganze andere Schalker Seite als noch letzte Saison, wo man nach einem 0:2-Rückstand nicht mehr in ein Spiel zurückfand. Die Zeiten sind nun vorbei, in der Mannschaft kämpft man füreinander und jeder hat das Gefühl gebraucht zu werden. Bestes Beispiel: Das Stürmer-Roullette.

Neben den gesetzten Kevin Kuranyi und Jefferson Farfán, erhalten Gerald Asamoah, Halil Altintop und Vicente Sánchez quasi abwechselnd ihre Chancen und gehören stets zum Kader. So stand Altintop noch gegen den HSV und im Pokal gegen Bochum in der Anfangsformation. Letzte Woche musste er weichen, Lewis Holtby gab sein Startelf-Debüt in der Bundesliga, musste aber nach 40 Minuten verletzungbedingt vom Feld. Doch statt Altintop oder gar Rakitic, kam Sánchez ins Spiel. Eine gute Entscheidung, die sich nicht erst in der 88. Minuten auszahlen sollten, als Sánchez den 2:2 Endstand markierte.

Magath pusht die Spieler durch seine personellen Entscheidungen und weiß auch um deren Fähigkeiten. Dieses Gefühl hatte man bei Vorgänger Fred Rutten selten. Holtby z.B. war nominell im offensiven Mittelfeld aufgeboten, spielte aber im linken Halbfeld und auf der Außenbahn. Dort Rakitic zu bringen, hätte aufgrund dessen mangelnder Schnelligkeit wenig Sinn gemacht, stattdessen kam mit Sánchez genau der Spieler, der Holtby spielerisch am ehesten ersetzen konnte. Es zeigt sich, dass viele Entscheidungen Magaths genau richtig waren.

Mit diesem guten Gefühl kann man fast schon beruhigt nach München reisen und den Außenseiter mimen. Schalke ist auswärts die stärkste Mannschaft der Liga (13 von 15 Punkten) und so stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Diskussionen um Louis van Gaal am Samstagabend noch lauter werden.

Glück auf!

Dienstag, 3. November 2009

Absolutismus in München

Wer sich gestern ein wenig mit der Homepage des Kicker auseinander gesetzt hat, wird vermutlich auch auf folgenden Artikel gestoßen sein: Bayern verklagen "Löwen".
Was man da liest, ist zum einen schon recht amüsant, zum anderen aber auch das bittere Abbild der heutigen Gesellschaft.

In dem Artikel geht es um Geld (Was sonst...?), welches der TSV 1860 München, seit dem 27. April '06 nur noch Mieter in der ehemals gemeinsamen "Allianz-Arena", dem FC Bayern schulden soll. Der TSV 1860 zahlt seit Saisonbeginn nicht mehr die vollen Catering-Kosten für die 3.000 "Business-Seats" in der Arena, laut Uli Hoeneß "klauen" die "Löwen" dem FC Bayern somit 50.000 € pro Heimspiel.

Manfred Stoffers, Geschäftsführer der Sechziger, sieht seinen Verein allerdings nicht im Unrecht und klagt die nicht den "tatsächlichen Kräfteverhältnissen angepassten" Mietpreise an:
"1860 soll allein für die Bewirtschaftung des Business-Bereichs bis 2025 über 40 Millionen Euro zahlen."

Dass der Ex-Bundesligist seit den Wildmoser-Zeiten finanziell angeschlagen ist und man vor 3 1/2 Jahren sämtliche Stadionrechte an die Bayern für 11 Millionen Euro quasi "verschenken" musste, ist selbst verschuldet. Damals war 1860 München die Lachnummer der Liga, doch sollte man nicht erwarten, dass der FC Bayern einen Vetragspartner derart in die Knie zwingt. 1860 wird aufgrund der Mietverträge weiterhin am Rande der Zahlungsunfähigkeit wandeln.

Der FC Bayern stellt sich einerseits als großzügiger Retter der "Löwen" dar, die sich durch die o.g. 11 Millionen Euro vor der Insolvenz retten konnten. Dabei sollte man aber in Betracht ziehen, dass Uli Hoeneß und Co. damit ein Bomben-Geschäft gemacht haben, was bei genauerer Betrachtung nicht mehr viel mit Großzügigkeit zu tun hat. Wäre man Großzügig, würde man die Mietveträge anpassen, denn angwiesen auf dieses Geld ist der FC Bayern nicht und er würde auch keine Verluste in Kauf nehmen. Der Punkt ist, dass man beim Rekordmeister nun alle Zügel selbst in der Hand hat und das war auch die Intention dieses Deals.

Es ist wie eine Art Lehensherrschaft. Der TSV 1860 muss die überzogenen Mieten zahlen, oder gehen, was offensichtlich ganz nach Uli Hoeneß' Geschmack ist: "Wenn sie unbedingt das Grünwalder umbauen wollen, habe ich nichts dagegen."
Wie schön, dass König Hoeneß nichts dagegen hat, denn dann ist man endgültig Alleinherrscher in der Allianz Arena.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Schalke steigt ab!

Oder noch viel schlimmer - zumindest wenn es nach derzeitigen Medienberichten geht. Wenn auf Schalke sportlich gesehen endlich mal keine Unruhe herrscht, stürzen sich die Medien eben auf andere Bereiche des Vereins. Dass Schalke finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, wissen Fußballinteressierte schon seit mindestens einem halben Jahr, dennoch wird kaum ein "journalistisches" Medium der Berichterstattung zu dieser Thematik überdrüssig.

Im Gegenteil: Fast täglich werden neue Horrorszenarien in Aussicht gestellt. Dass nun anstehende Nachlizensierungsverfahren beispielsweise, wurde zunächst wie eine Vorstufe zur Strafe hingestellt, ähnlich einer U-Haft. Nunja... insgesamt sind in den deutschen Profiligen 22 Teams von diesem Verfahren betroffen, das lediglich zur Nachkontrolle dienen soll. Sowas erscheint meist nur irgendwo im Nebensatz.

Wenn es sportlich keine Skandale gibt, dann doch wenigstens Abseits des Platzes, wo nun angeblich der wirtschaftliche Ruin droht. Kreativ sind die Schreiberlinge trotzdem: Geldstrafe, Punktabzug, Zwangsabstieg... wenn es um mögliche Sanktionen geht, gibts fast keine Grenzen.
Mal sehen wie es nach dem Sieg gestern in München weitergeht...

Sollte es finanziell nichts neues geben, werden vermutlich wieder irgendwelche Wechsel forciert.
Zum Glück lässt die Mannschaft zur Zeit nur sportliches für sich sprechen und kann dies im Topspiel gegen Leverkusen (Samstag, 18.30 Uhr) erneut unterstreichen.

In diesem Sinne,
Glück auf!

Montag, 5. Oktober 2009

Abstiegskampf angenommen?

Die jüngste Trainerentlassung der Bundesliga, bei der Lucien Favre seinen Stuhl für den neuen Berliner Coach Friedhelm Funkel frei machen musste, spricht eine deutliche Sprache: Abstiegskampf!
Letztes Jahr noch zwischenzeitlicher Tabellenführer mit Chancen auf eine Champions-League-Teilnahme und schlußendlich ein Startplatz für die neu eingeführte Europa Liga - so sah die heile Berliner Welt aus. Nur wenige Monate später liegt Hertha BSC jedoch abgeschlagen mit 3 mageren Punkten aus 8 Spielen auf dem letzten Tabellenplatz. Die Frage ist: Warum?

Lucien Favre ist sicherlich nicht der schlechteste Trainer, doch Uneinigkeiten mit Verantwortlichen und Spielern wie Pantelic, sowie ein fehlendes Konzept in Sachen Transferpolitik leiteten die Krise ein. Im letzten Jahr klappte die Aufstockung des Kaders mit Liganeulingen wie Domovchiyski, Cicero, Kaká oder Nicu nur deshalb so gut, weil es noch Leistungsträger à la Pantelic, Simunic und Voronin gab, dazu der Transfervolltreffer in Person von Gojko Kacar, der inzwischen einer der wenigen ist, der konstant auf gutem Niveau spielt.

Die "alte Dame" in der Krise. (Foto: hertha.de)

Doch die Leistungsträger wurden/mussten abgegeben werden, für den Sturm kam u.a. der altbekannte Arthur Wichniarek, der schon einmal in Berlin gescheitert war. Vielleicht etwas geblendet von seiner starken Hinrunde der letzten Saison, dachten die Verantwortlichen wohl dies sei der richtige Mann für die "alte Dame". Doch bisher blieb Wichniarek alles schuldig, erzielte noch kein einziges Tor in der laufenden Saison. Als man merkte, die Saison würde schwieriger werden als erwartet, versuchte man nachzulegen. Doch mehr als Nottransfers waren das auch nicht.

Florian Kringe beispielsweise ist in Dortmund auf das Abstellgleis geraten, war aber insofern noch vertretbar, da der Spieler die Liga kennt und seit einigen Jahren zumindest durchschnittlich spielt. Der brasilianer César und der kolumbianer Adrián Ramos hingegen sind, so wie viele der letztjährigen Transfers, unbekannte und Bundesliga-unerfahrene Spieler.
Diese Philosophie rächt sich nun. Das Team spielt ohne Leitwolf, Kacar ist noch zu jung um das Spiel allein in die Hand zu nehmen und Arne Friedrich war noch nie derjenige, der eine Mannschaft mitreißt. Einige andere Spieler haben, wenn überhaupt, erst eine Bundesligasaison hinter sich.

Rauf soll's gehen mit Trainer Funkel und Berlin. (Foto: Keystone WAL)

Favres Fehler war eindeutig die "Masse statt Klasse"-Taktik. Viele "Wundertüten" aus Südamerika, von denen drei schon wieder verliehen wurden (Rodnei, André Lima, Lúcio) und einige unbekannte Spieler aus Osteuropa stehen im Kader der Hertha, welcher nicht den Eindruck eines Euro-League-Teilnehmers vermittelt. Man wird sich in ein paar Jahren wohl kaum an viele Spieler der aktuellen Berliner Mannschaft erinnern.

Schließlich wurde Lucien Favre folgerichtig durch einen anderen, jetzt dringend benötigten Trainertypen ersetzt. Mit Friedhelm Funkel holte man den Typ "Feuerwehrmann", der die Hertha aus dem Keller holen soll. Die Berliner Führungsriege hat also offensichtlich erkannt, dass das Ziel dieses Jahr wohl nurnoch Nicht-Abstieg lauten kann. Funkels Aufgabe wird es sein, eine Mannschaft aus der Masse an Durchschnittsspielern zu formen. Immerhin 29 Spieler umfasst der derzeitige Kader, jahrelange Bundesligaerfahrung, haben nur die wenigsten. Es bleibt also abzuwarten, ob Funkel das Team auf das gemeinsame Ziel einschwören kann, denn wer in Berlin in dieser Saison noch große Spielkultur erwartet, ist auf dem Holzweg.

Zum Glück für Funkel ist jetzt Länderspielpause...

Sonntag, 27. September 2009

Derbysieg und Luxusprobleme

Es ist geschafft, das erste der beiden wichtigsten Spiele der Hinrunde ist siegreich gestaltet worden, nicht zuletzt wegen des erneut bärenstarken Torschützen Jefferson Farfán, der seine bisher beste Saisonleistung zeigte. Neben der äußerst disziplinierten Leistung meiner "Knappen" freute mich vor allem die anschließende Beschwerde-Arie der Dortmunder, zeigte sie doch den ganzen Frust welcher aus dem schwachen Saisonstart und der erneut sehr ideenlosen Vorstellung resultierte. Adjektive wie "unfair" stehen sinnbildlich für die ganze Lächerlichkeit der Beschwerden, zumal das gesamte Spiel überraschend fair verlief, denn nur Christoph Moritz wurde mit einer gelben Karte bedacht.

Das Spiel zeigte uns aber noch etwas:
Schalke spielte zwar ohne Kevin Kuranyi, der das Mannschaftstraining heute wieder aufnahm, jedoch fiel das kaum auf. Halil Altintop war zwar vor dem Kasten erneut ungefährlich, verteilte vorne aber oft gut die Bälle und bereitete auch das 1:0 vor. Farfán war ohnehin nicht zu bremsen, gewann die wichtigen Zweikämpfe und legte eine beeindruckende Schnelligkeit an den Tag. In der zweiten Halbzeit gab dann ein Spieler sein Comeback, mit dem fast gar keiner gerechnet hatte. In der 58. Minute wurde Vicente Sanchez für den ebenfalls guten, aber platten Levan Kenia eingewechselt.

Bild: www.weltfußball.de

Sanchez rechtfertigte seine Einwechslung; von seinen 12 Pässen erreichten 11 den Mitspieler und er bereitete in Minute 69 die 100%-Chance von Altintop mit einer punktgenauen Flanke vor. Zudem konnte er sich das ein oder andere Mal durch seine gute Technik aus brenzligen Situationen befreien und war sehr laufstark. Leider fehlte auch ihm weiter das Glück vor dem Tor, denn in der 76. Minute hatte der "Uru" die Entscheidung auf dem Fuß, dennoch war es die richtige Entscheidung von Magath, ihn zu bringen.

Bei Schalke sitzt wieder ein Trainer auf der Bank, der situativ entscheidet und z.B. einen starken Konterspieler dann bringt, wenn er gebraucht wird. Anschließend kam mit Asamoah ein Spieler mit viel Leidenschaft und der Fähigkeit den Ball zu halten und Fouls zu ziehen um Zeit zu gewinnen und Ruhe ins Spiel zu kriegen. Nun darf man gespannt sein, wer bei Magath die besten Karten hat, um nächsten Freitag gegen Frankfurt neben Farfán zu spielen. Kuranyi ist zwar wieder gesund, doch hat er seit gestern sicher einen weiteren Konkurrenten um den Platz im Sturm bekommen.

Freitag, 25. September 2009

Über Hirnlose und Leistungsträger

Da möchte man eigentlich bloß ein paar schnelle, lobende Worte über Jefferson Farfán schreiben, muss aber feststellen, dass irgendein Halbgescheiter mal wieder die Website von Schalke 04 gehackt hat. Mit der primitiven und allseits bekannten Parole, versucht dieser Dortmund-"Fan" Hass zu schüren, zu provozieren und zu verbreiten.

Die Derby-Zeit ist natürlich immer knisternd für alle Beteiligten, jeder freut sich auf das Spiel und jeder gescheite Fan weiß auch, dass es sich - wie der Name schon sagt - auch bloß um ein Spiel handelt, egal wieviel Prestige und wieviele Emotionen daran hängen. Seit Jahren versuchen Verantwortliche beider Vereine, die Fan-Auseinandersetzungen so gering wie möglich zu halten. Natürlich sind auch die Schalker in der Vergangenheit mal unrühmlich aufgefallen, z.B. durch den Fahnenklau im letzten Jahr. Diese Art von Beleidigung und Hassbekundung überschreitet die Grenze nun noch viel weiter, was mit Sicherheit auch das Ansinnen des Verfassers gewesen sein wird.

Man kann nur hoffen, dass sich beide Fanlager dadurch nicht anstacheln lassen, für Aktionen wie diese darf im Fußball kein Platz sein. Jeder noch so fanatische Anhänger seines Vereins sollte Einsehen, dass soetwas dem eigenen Club nur schadet und ein schlechtes Bild auf die gesamte Anhängerschaft wirft.


Ausschnitt aus dem gehackten Screen von schalke04.de

Mein eigentliches Ansinnen war es, ein paar Zeilen zu Jefferson Farfán zu verfassen, welcher zur Zeit in bestechender Form ist und sich endlich als der "Kracher" präsentiert, denn viele seit Jahren auf Schalke sehen wollten.

Farfán wirkt wacher, motivierter und selbstbewusster als noch in der letzten Saison und entpuppt sich als Schlüsselspieler. Gerade bei Kontern ist Schalkes Nummer 17 gefährlich, was sich zuletzt im Pokal gegen Bochum zeigte. Zudem glänzt er durch die endlich häufiger werdenden starken Dribblings und seine Antrittsschnelligkeit. Nicht umsonst ist er zur Zeit Top-Scorer der Knappen mit 2 Toren und 3 Vorlagen.

Seit dem Hinspiel in der CL-Qualifikation im letzten Jahr gegen Atletico Madrid hofften viele Anhänger, mich eingschlossen, dass Schalke endlich einen internationalen Topspieler verpflichtet hatte. Die Schulterverletzung aus dem eben erwähnten Spiel schien den Peruaner jedoch weit zurückgeworfen zu haben und er stieß im Anschluss daran zu einem nicht funktionierenden Team. Dieses Jahr scheint das Spiel mehr auf ihn zugeschnitten zu sein und Farfan zahlt es zurück. Am liebsten täte schon morgen wieder, in Dortmund.
Wenn's geht, ohne blutige Auseinandersetzungen...

Dienstag, 22. September 2009

DFB-Pokal - 2. Runde

Heute beginnt die zweite Runde des DFB-Pokals und sie hält wie so häufig einige interessante Paarungen bereit. Nicht nur das "kleine" Revier-Derby meiner Schalker in Bochum, sondern auch andere Bundesliga-Duelle wie Nürnberg gegen Hoffenheim oder Köln gegen Wolfsburg stehen auf dem Programm. Der FC Bayern darf zuhause den überraschend stark in die Saison gestarteten Zweitligisten RW Oberhausen empfangen (Alle Paarungen im Überblick: hier).

Für Schalke wird diese Partie gegen Bochum aus mindestens zwei Gründen eine schwerere als die am 2. Spieltag, denn die Bochumer haben erstens eine 3:0-Schlappe wiedergutzumachen und zweitens wurde am Sonntag der langjährige Chefcoach Marcel Koller entlassen, die Mannchaft muss sich jetzt ganz besonders beweisen. Auf der Bank werden zunächst Co-Trainer Frank Heinemann und der bisherige A-Junioren-Coach Dariusz Wosz sitzen. Dazu kommt, dass die Bochumer Heimrecht haben. Allerdings ist das vielleicht schon wieder ein Vorteil für die Knappen, die in dieser Spielzeit auswärts noch kein Spiel verloren haben, daheim immerhin schon zwei.

Bild: wikimedia.org

Allerdings ist auch die Personalsituation auf Schalke leicht angespannt. Kuranyi fällt wegen Grippe weiterhin aus, genauso wie Mineiro, Jones und Pander. Der Grieche Pliatsikas ist zumindest fraglich. Ob Christoph Moritz auflaufen wird, steht auch noch nicht fest, Magath hatte dem Youngstar am Freitag eine Pause gegönnt. In den Kader zurückkehren könnte Vicente Sanchez. Der einsatzwillige Flügelstürmer aus Uruguay trainiert seit letzter Woche wieder mit der Mannchaft und könnte eine Alternative für den bisher schwachen Halil Altintop sein. Auch Gerald Asamoah wusste bis auf ein paar wenige Aktionen im Spiel gegen Wolfsburg nicht so recht zu überzeugen, einzig Farfan scheint gesetzt zu sein. Feststeht, dass uns ein spannendes Match erwartet.

Die leicht kriselnde HSV muss am Mittwochabend nach Osnabrück und der schon etwas stärker kriselnde VfB Stuttgart brennt in Lübeck auf Wiedergutmachen für die schwachen Leistungen der letzten Spiele. Beide Klubs stehen gegen die Amateurvereine in der Pflicht. Der HSV testet zur Zeit übrigens den ehemaligen Dortmunder Ebi Smolarek und reagiert damit auf die schwere Verletzung von Paolo Guerrero (Kreuzbandriss).

Mal sehen, wie viele Favoriten heute und morgen straucheln werden...

Freitag, 18. September 2009

Eine kleine Vorschau... mit Rückblick

Heute Abend findet das 6. Ligaspiel für Schalke gegen den VfL Wolfsburg statt. Die Ex-Mannschaft von unserem neuen Trainer schlug uns beim letzten Aufeinandertreffen in einer turbulenten Partie mit 4:3. Damals war der Wolfsburger Grafite überragender Akteur, schoss drei Tore selber und bereitete das vierte vor.

Angesichts der momentanen Lage beider Mannschaften, kann dieses Spiel als vorerst richtungsweisend angesehen werden, denn: Für Schalke ist Wolfsburg der erste Gegner, den man vor der Saison unter den Top 5 der Liga erwartet hat. Gewinnt Schalke diese Partie, wird man auch die nächsten Wochen wahrscheinlich oben mitspielen.
Für Wolfsburg hingegen geht es darum, nicht in eine tiefe Krise zu rutschen. Nach drei Niederlagen in Folge steht das Team von Armin Veh nur auf dem 10. Platz und gehörig unter Druch. Obwohl die Partien gegen Hamburg, Bayern und Leverkusen allesamt verloren gingen, waren die "Wölfe" keineswegs haushoch unterlegen, wie auch Ex-Coach Magath auf schalke04.de anführt, jedoch kann die Mannschaft sich davon auch nicht viel kaufen. Schließlich waren die Fehler in der Abwehr zu haarsträubend und im Angriff fehlte die zuletzt sehr gefürchtete Kaltschnäuzigkeit.



Heute Abend wird man also sehen, wohin es die beiden Teams in naher Zukunft führen wird. Bei Schalke ist Vicente Sanchez zurück im Training und Rafinha kehrte fit aus Brasilien zurück, sodass er zum Kader gehören wird. Unwahrscheinlich also, dass Magath erneut mit drei Innenverteidigern und zwei offensiven Außenverteidigern spielen lassen wird. Sicher ist lediglich, dass Gerald Asamoah wieder zur Startelf gehört, genau wie letzte Woche in Köln. Damit rechnete niemand, denn unser Urgestein hatte bis dato noch keine Minute in dieser Saison gespielt. Wenn "Asa" nochmal einen Leistungssprung machen kann, gönne ich es ihm. Früher war er jedenfalls gut dazu zu gebrauchen, eine löchrige Abwehr wie es die Wolfsburger zur Zeit ist, durcheinander zu wirbeln.

An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal den Appell aussprechen, Rafinha - sollte er spielen - lautstark anzufeuern, davon profitieren alle.

Glück auf!

Sonntag, 13. September 2009

Wir wollen nur Fußball!

Das, was früher für lange Zeit Premiere oder kurzzeitig auch Arena hieß, heißt ab dieser Saison nun Sky. Der deutsche Ableger des britischen Bezahlsenders erkaufte sich dieses Jahr die exklusiven Übertragungsrechte für die Fußballbundesliga.
So weit so gut, es wäre für den Verbraucher wahrscheinlich recht uninteressant gewesen, wie der Anbieter heißt, aber die neuen Preise von Sky sind es ganz und gar nicht: Das "günstigste" Angebot kostet stolze 32,90€.
Kein Wunder also, dass viele mit denen ich sprach, ein Abo bei Sky ablehnen (würden), zumal es so etwas wie ein "Sport-Paket" nicht mehr gibt. Den ganzen Käse mit Spielfilmen etc. bestellt man also automatisch mit, ob man will oder nicht. Das erklärt zwar zum einen den hohen Preis, aber ist besonders für jüngere Menschen und in Zeiten der Wirtschaftskrise auch für viele andere eher unattraktiv.

Um dieser Preistreiberei ein Ende zu setzen, wurde auf der Internetseite www.wir-wollen-nur-Fußball.de eine Petition ins Leben gerufen, die sich gegen diese hohen Gebühren richtet.



Dabei stellen die Betreiber der Website nicht einmal Forderungen bezüglich des Preises, es geht vielmehr um die erzwungene Bündelung von Sport und Familienfernsehen. Und da zur Zeit wohl noch genug Leute die Preise von Sky zahlen, müssen wir Fußballfans uns zusammentun und dem entgegenwirken. Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal dazu aufrufen, sich an dieser Aktion zu beteiligen.

Wir wollen nur Fußball!